Wirtschaftspädagogik II mit Unterrichtsfach

Sie möchten wirtschaftswissenschaftlich vertieft als pädagogische Fach- und Führungskraft auf Masterebene ausgebildet werden, Lehrkraft werden oder im Unternehmen als Personalentwickler oder als Wissensmanager arbeiten? Dann finden Sie hier alle Informationen zum Wirtschaftspädagogikstudium an der TUM School of Education.

Aufgabenfelder von Wirtschaftspädagoginnen und -pädagogen

Wirtschaftspädagogen können den Beruf der Lehrkraft an beruflichen Schulen genauso ergreifen wie den des Personalentwicklers, des Referenten für Weiterbildungsmanagement, einer Führungskraft u.ä. in Unternehmen.

Primär im Blick ist die Tätigkeit als Lehrkraft an beruflichen Schulen des Bereichs Wirtschaft und Verwaltung (kaufmännische Berufsschulen, Fach- und Berufsoberschulen, Wirtschaftsschulen, Berufsakademien u.v.m.). Absolventen der Wirtschaftspädagogik II mit integriertem Unterrichtsfach haben beste Anstellungschancen im Schuldienst, da sie vor allem an höheren berufsbildenden Schulen (z.B. Fach- und Berufsoberschulen, bzw. Berufsfachschulen) nicht nur sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Fächer (z.B. VWL, BWL, Rechtslehre, Wirtschaftsinformatik u.v.m.) unterrichten können, sondern durch das zusätzlich qualifizierende Unterrichtsfach an solchen Schulen mehr Einsatzmöglichkeiten haben. Das zweite Unterrichtsfach macht Absolventen im Hinblick auf ihre Verwendbarkeit im Schuldienst also deutlich flexibler, ist aber keine formelle Voraussetzung für den Eintritt in den Vorbereitungsdienst (Referendariat) in Bayern. Dies ist grundsätzlich auch mit Studienvariante I möglich.

Den Absolventen stehen neben dem Schuleinsatz (auch mit Leitungs- bzw. Führungsfunktion) ebenso übergeordnete Ebenen in der Bildungsadministration und -verwaltung offen (in Bayern z.B. Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, Regierungen, Kultusministerium).

Die Tätigkeit in Unternehmen kann sich einerseits auf den Schwerpunkt als pädagogischer Professional beziehen, mit Aufgaben in innerbetrieblichen Trainings, in der Personalentwicklung, im Personalmanagement sowie im Wissens- und Weiterbildungsmanagement. Andererseits können Schwerpunkte in betriebswirtschaftlichen Tätigkeitsfeldern liegen, die durch pädagogische Expertise in besonderer Form, z.B. bei hocherklärungsbedürftigen Produkten, unterstützt wird (z.B. in den Bereichen Beratung und Verkauf). Durch das Unterrichtsfach bestehen für Wirtschaftspädagogen dieses Studiengangs vor allem in zu dem jeweiligen Fach affinen Unternehmen sehr gute Anstellungschancen (Chemie für Chemiekonzerne, Informatik für IT-Unternehmen etc.). Letztlich bestehen auch beste Voraussetzungen für die Bekleidung leitender Positionen privater Bildungseinrichtungen oder bildungsnaher öffentlicher Einrichtungen wie z.B. der Bundesagentur für Arbeit.

Aus Forschungsperspektive besteht die Möglichkeit, an den zahlreichen Lehrstühlen und Professuren in Deutschland mit wirtschaftspädagogischer oder wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung, außeruniversitären Instituten der Berufsbildungsforschung und -entwicklung aber auch an ausländischen Hochschulen wissenschaftlich zu arbeiten.

Bewerbung

Alle Informationen zu den Zulassungsvoraussetzungen, zur Bewerbung sowie zum Eignungsverfahren haben wir hier zusammengefasst.

Quereinstieg / Studiengangwechsel

Der Quereinstieg in ein höheres Fachsemester bzw. der Wechsel aus einem anderen Studiengang ist möglich. Hierfür durchlaufen Sie das reguläre Bewerbungsverfahren und stellen nach Bewerbung oder Immatrikulation einen Antrag auf Anerkennung Ihrer Prüfungsleistungen aus dem Vorstudium.

Prüfungsleistungen aus einem Vorstudium können angerechnet werden, wenn eine Gleichwertigkeit der erworbenen Kompetenzen nachgewiesen wird. Eine einschlägige betriebliche Ausbildung oder Berufserfahrung kann i.d.R. auf das Berufspraktikum angerechnet werden. Siehe dazu auch Berufsspraktikum Berufliche Bildung. Nach Einzelfallprüfung können ggf. auch außerhalb des Hochschulbereichs erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten auf das Studium der Wirtschaftspädagogik angerechnet werden.

Hinweise zur Anerkennung sowie eine Anleitung zum Vorgehen finden Sie hier.

Studienbeginn und Regelstudienzeit

Ein Studienbeginn ist zum Winter- und Sommersemester möglich. Der idealtypische Studienverlauf sieht einen Beginn im Wintersemester vor, jedoch bestehen auch bei einem Einstieg im Sommersemester keinerlei fachliche oder organisatorische Einschränkungen im Studienverlauf.

Die Regelstudienzeit des 120 Credits umfassenden Masterstudiengangs beträgt 4 Semester, die Maximalstudienzeit 6 Semester.

Unterrichtsfächer

An der Technischen Universität München werden die folgenden Unterrichtsfächer im Studiengang Wirtschaftspädagogik II angeboten:

  • Mathematik
  • Informatik
  • Chemie
  • Physik
  • Politik und Gesellschaft (ehem. Sozialkunde)
  • Sport

Bitte beachten Sie unbedingt die Zulassungsvoraussetzungen, wenn Sie sich für ein Studium der Wirtschaftspädagogik II interessieren. Informationen dazu erhalten Sie auf der Seite Wirtschaftspädagogik - Bewerbung.

Studieninhalte

Ziel des Studiengangs M.Sc. Wirtschaftspädagogik II mit Unterrichtsfach ist die Professionalisierung von Absolventen für eine anforderungsgerechte Gestaltung kaufmännischer Lehr-Lern-Prozesse in beruflichen Schulen sowie in Betrieben (als Lehrkraft an den verschiedenen beruflichen Schularten, Referent für Weiterbildung oder Personalentwicklung u.ä.). Dementsprechend qualifiziert der Studiengang Absolventen auch für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst (Referendariat).

Absolventen des Masterstudiengangs verfügen über vertiefte Kompetenzen im pädagogischen Handeln in den Wirtschaftswissenschaften und ein – in Art und Ausmaß einzigartiges – flexibles Qualifikationsprofil in einzelnen Feldern der Wirtschaftspädagogik, der Wirtschaftswissenschaften (BWL/VWL) oder an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und informationstechnischen sowie sozialwissenschaftlichen Themen wie der Rolle des Menschen, der Geschichte, Politik, Gesellschaft oder Ethik. Es obliegt der freien Wahl der Studierenden, in welchem dieser Themenbereiche sie sich welches Qualifikationsprofil erwerben – möglich ist hier ein Studium in die Breite verschiedener Teildisziplinen eines Wahlbereiches (siehe Studienaufbau und Modulkatalog) oder alternativ eine Spezialisierung auf eine bestimmte Teildisziplin in die Tiefe. Zusätzlich verfügen Absolventen über vertiefte Kompetenzen in dem von ihnen gewählten allgemeinbildenden Unterrichtsfach – zur Wahl stehen Chemie, Informatik, Mathematik, Physik, Politik und Gesellschaft (vormals Sozialkunde) und Sport. Durch die Kombination ist das Qualifikationsprofil des Studiengangs Wirtschaftspädagogik II insbesondere für das Lehramt propädeutisch.

Hinweis für Studierende mit dem Ziel Lehramt: Die Vorgaben für eine Zulassung zum Lehramt sehen vor, dass im Gesamtstudienverlauf, d.h. inkl. Bachelor, 80 Credits aus den Bildungswissenschaften stammen – hierzu zählen neben der Masterarbeit alle Module aus dem Pflichtbereich Wirtschaftspädagogik, die Fachdidaktiken der Unterrichtsfächer, die Wahlbereiche 1 und 3 sowie in den Wirtschaftswissenschaften die wirtschaftspolitischen Module der VWL, Forschungsmodule und Thematiken wie Personalentwicklung, Weiterbildung, Qualitätsmanagement. Bitte beachten Sie dies je nach Studienhintergrund und -ziel bei der Wahl Ihrer Module!

Studienaufbau und Modulkatalog

Der Studiengang enthält im Pflichtbereich das Fach Wirtschaftspädagogik, das auch Praktika, allgemeine Bildungswissenschaften (Pädagogik & Psychologie, ähnlich des erziehungswissenschaftlichen Studiums für das Lehramt) sowie aktuelle Thematiken aus der beruflichen Bildung (sprachliche/kulturelle Diversität, Inklusion, Digitalisierung) beinhaltet. Dieser Pflichtbereich umfasst 34 Credits Studienmodule und zusätzliche 30 Credits für die Masterarbeit, die im Fach Wirtschaftspädagogik bzw. zu einer Thematik mit wirtschaftspädagogischem Bezug anzufertigen ist.

Weitere 12 Credits sind in einem Wahlbereich zu erbringen. Dieser Wahlbereich kann aus den drei folgenden Studienbereichen gewählt werden:

  1. Vertiefung Wirtschaftspädagogik
    a.      Wirtschaftspädagogische Praxis
    b.      Bildungswissenschaften
    c.      Personalentwicklung und Weiterbildungsmanagement
    d.      Wirtschaftspädagogische Forschung
     
  2. Vertiefung Wirtschaftswissenschaften
    a.      Innovation & Entrepreneurship
    b.      Marketing, Strategy & Leadership
    c.      Finance & Accounting
    d.      Economics & Policy
     
  3. WiSoTec – interdisziplinäres Studium Wirtschaft/Technik ∞ Geistes-/Sozialwissenschaften
    a.      Arbeit – Mensch – Wirtschaft
    b.      Wirtschafts- & Technikgeschichte
    c.      Wirtschaftsethik
    d.      Wirtschaft – Politik – Gesellschaft
                           i.      Schwerpunkt Politik
                           ii.     Schwerpunkt Soziologie

Download Modulkatalog

In jedem Themenfeld innerhalb der Wahlbereiche stehen Module im Umfang von mindestens 12 Credits zur Verfügung. Innerhalb der Wahlbereiche können Module im Umfang von 12 Credits frei gewählt werden: Dies erlaubt ein Studium in die Breite eines Wahlbereichs oder in die Tiefe eines jeweils spezifischen Themenfelds innerhalb des Wahlbereichs. Manche Module sind in mehreren Themenfeldern oder mehreren Wahlbereichen angesiedelt, sodass eine Spezialisierung in ähnliche Richtungen, aber mit verschiedenem Fokus, flexibel erfolgen kann (z.B. können Forschungsmodule wahlweise in Kombination mit anderen Modulen in Richtung wirtschaftswissenschaftliche oder wirtschaftspädagogische Forschung qualifizieren).

Die verbleibenden 44 Credits entfallen auf das Studium des gewählten Unterrichtsfachs, das jeweils auf dem für Lehrkräfte an beruflichen Schulen erforderlichen Kompetenzniveau abschließt.

Der idealtypische Studienverlauf beschreibt einen Studienbeginn im Wintersemester. Bis auf Lehr-Lern-Prozesse verstehen 1 werden alle Module aus dem wirtschaftspädagogischen Pflichtbereich jedoch semesterweise angeboten, sodass Studienanfänger im Sommersemester in diesem Bereich kaum Umstellungen im Studienplan vornehmen müssen. Der komplementäre, nicht curriculare Aufbau des Wahlbereichs und der meisten Inhalte des jeweiligen Unterrichtsfachs erlauben Umstellungen im Studienplan ohne durch inhaltliche Abfolge bedingte Erschwernis oder inhaltliche Einbußen. Vereinzelte Module empfehlen innerhalb desselben Moduls eine idealtypische Abfolge von Lehrveranstaltungen. Diese Module sind allesamt zweisemestrig und beginnen im Wintersemester, wodurch ein Beginn dieses Moduls im zweiten Semester (anstelle des ersten) möglich ist. Somit ergeben sich insgesamt ein bis zwei Notwendigkeiten für ein Re-Arrangement des Studienplans bei Beginn im Sommersemester, die aufgrund des Inhalts, der Flexibilität und der Häufigkeit des restlichen Angebots unproblematisch sind und zeitlich/organisatorisch durch die Studiengangskoordination ermöglicht werden.

Hinweis für Studierende mit dem Ziel Lehramt: Die Vorgaben für eine Zulassung zum Lehramt sehen vor, dass im Gesamtstudienverlauf, d.h. Bachelor und Master, 80 Credits aus den Bildungswissenschaften stammen – hierzu zählen neben der Masterarbeit alle Module aus dem Pflichtbereich Wirtschaftspädagogik, die Fachdidaktiken der Unterrichtsfächer, die Wahlbereiche 1 und 3 sowie in den Wirtschaftswissenschaften die wirtschaftspolitischen Module der VWL, Forschungsmodule und Thematiken wie Personalentwicklung, Weiterbildung, Qualitätsmanagement. Bitte beachten Sie dies je nach Studienhintergrund und -ziel bei der Wahl Ihrer Module!

Unterrichtssprache

Die Unterrichtssprache in den Pflichtmodulen ist Deutsch. Im Wahlbereich gibt es Module, die englischsprachige Lehrveranstaltungen beinhalten, sowie Fremdsprachenmodule, die in der jeweiligen Zielsprache unterrichtet werden (Englisch, Französisch). Der Studiengang ist vollständig auf Deutsch studierbar. Einen English Track gibt es nicht.

Abschluss

Bei erfolgreichem Abschluss des Studiums wird der Grad Master of Science verliehen. Der Masterabschluss ist Zugleich die Zugangsberechtigung für den Vorbereitungsdienst (Referendariat) an beruflichen Schulen.

Hinweis für Studierende mit dem Ziel Lehramt: Die Vorgaben für eine Zulassung zum Lehramt sehen vor, dass im Gesamtstudienverlauf, d.h. inkl. Bachelor, 80 Credits aus den Bildungswissenschaften stammen – hierzu zählen neben der Masterarbeit alle Module aus dem Pflichtbereich Wirtschaftspädagogik, die Fachdidaktiken der Unterrichtsfächer, die Wahlbereiche 1 und 3 sowie in den Wirtschaftswissenschaften die wirtschaftspolitischen Module der VWL, Forschungsmodule und Thematiken wie Personalentwicklung, Weiterbildung, Qualitätsmanagement. Bitte beachten Sie dies je nach Studienhintergrund und -ziel bei der Wahl Ihrer Module!

Für die Zulassung zum Schuldienst (Referendariat) muss außerdem ein einschlägiges Berufspraktikum nach den Vorgaben des jeweiligen Landeslehrerbildungsgesetzes absolviert werden (Bayern: 48 Wochen), das durch eine Ausbildung ersetzt werden kann.

Aussichten nach dem Abschluss

Der Bedarf im beruflichen Schulwesen in Bayern ist eng an das bayerische Kultusministerium gebunden, welches seit Jahren eine unzureichende Deckung des Lehrerbedarfs für das kaufmännisch-verwaltende Berufsfeld beklagt (besonders ausgeprägt in den wirtschaftlich starken Regionen in der gesamten Südhälfte Bayerns). Der zunehmende Bedarf an Absolventen der Wirtschaftspädagogik gründet einmal auf einem relativ hohen Altersdurchschnitt der noch im Schuldienst befindlichen Lehrkräfte sowie einer Ausweitung wirtschaftlicher Inhalte an den beruflichen Schulen, was darauf basiert, dass Absolventen allgemeinbildender Schulen oftmals relativ wenig Kenntnisse über wirtschaftliche Themen mitbringen. Auch bundesweit haben Absolventen der Wirtschaftspädagogik in allen Bundesländern an beruflichen Schulen sehr gute Anstellungschancen. Den Absolventen stehen neben dem Schuleinsatz (auch mit Leitungs- bzw. Führungsfunktion) ebenso übergeordnete Ebenen in der Bildungsadministration und -verwaltung offen (in Bayern z.B. Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, Regierungen, Kultusministerium).

Der Bedarf an Wirtschaftspädagogen für Unternehmen ist derzeit bereits als hoch und stetig wachsend einzuschätzen. Durch die rein wirtschaftswissenschaftliche/-pädagogische Ausrichtung des Studiengangs und einzigartige Profilbildungsmöglichkeiten bestehen für Absolventen auch im Vergleich qualifizierter Bewerber beste Voraussetzungen für eine Anstellung.

Aus Forschungsperspektive bestehen sehr gute Möglichkeiten, an den zahlreichen Lehrstühlen und Professuren in Deutschland mit wirtschaftspädagogischer oder wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung, außeruniversitären Instituten der Berufsbildungsforschung und -entwicklung, aber auch an ausländischen Hochschulen wissenschaftlich zu arbeiten.

Weitere Fragen / Studienberatung

Bei inhaltlichen Fragen zu den Lehrveranstaltungen/Modulprüfungen wenden Sie sich bitte direkt an die Dozierenden.

Zu allgemeinen inhaltlichen Fragen zum Studiengang hilft Ihnen die Studienberatung der TUM School of Education gerne weiter.