Schulcluster

Universität und Schule können sich gegenseitig unterstützen: in der Lehrerausbildung, in der Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler für das Studium und in der raschen Übertragung von Forschungsergebnissen in den Unterrichtsstoff. Die Technische Universität München hat nach diesem Konzept ein einzigartiges Netz aus Schulpartnerschaften aufgebaut, das systematisch zu Schulclustern erweitert wurde.

Ausgangspunkt für die Bildung eines Schulclusters ist in der Regel eine Referenzschule, die als Clusterkoordinator fungiert, der TUM als ständiger Ansprechpartner dient und innerhalb des Clusters eine Multiplikatorenrolle übernimmt. Innerhalb des Clusters schließen sich mehrere Schulen unterschiedlicher Schularten zusammen und vernetzen eigenständig ihre Ressourcen. Ggfs. beziehen sie auch außerschulische Partner wie Arbeitskreise, lokale Industriebetriebe und Vereine mit ein. Auf diese Weise intensiviert sich der Kontakt der Schulen einer Region untereinander erheblich und der Kreis der Schulen mit engem TUM-Kontakt steigt, ohne dass der organisatorische Aufwand an der Universität in gleicher Weise erhöht wird. Maßnahmen der Universität in weiter entfernten Regionen profitieren davon in besonderem Maße.

 

Zum ersten Schulcluster schlossen sich am 16.11.2007 vier Gymnasien im Berchtesgadener Land zusammen. Mittlerweile ist der Kreis der vernetzten Schulen auf 13 angewachsen und umfasst alle Schularten. Als feste Einrichtung hat sich hier die Pfingstakademie für naturwissenschaftlich besonders begabte Schülerinnen und Schüler etabliert sowie der Wissenschaftsherbst mit Vorträgen renommierter Wissenschaftler, die eine interessierte Öffentlichkeit ansprechen. Ein Schülerforschungszentrum wird Ende 2011 eröffnet.

Ihr zweites Schulcluster gründete die TUM zusammen mit den sieben staatlichen Gymnasien der Region Altötting-Traunstein im Februar 2009. Bei lokalen Betrieben stieß diese Vernetzung auf großes Interesse und das Interesse und Engagement der Betriebe wiederum kann die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schülern erleichtern.

Zusammen mit zehn Schulen und der Bildungsstätte Zentrum für Umwelt und Kultur gründete die TUM im März 2010 den Schulcluster Benediktbeuern. Hier können Schülerinnen und Schüler bei Projekttagen selbstständig kleinere Forschungsprojekte verfolgen, wobei ihnen die Betreuer lediglich beratend zur Seite stehen. Anlass können Wettbewerbe wie „Jugend forscht“ sein oder sehr praxisnahe kleine Projekte mit regionalen Unternehmen, die vor allem das Interesse für naturwissenschaftlich-technische Fächer stärken sollen. Philosophische Arbeitskreise mit Dozenten der TUM und Vortragsreihen zu naturwissenschaftlichen Themen sollen das außerschulische Angebot ergänzen.

Ausgangspunkt für die Gründung des Schulclusters Bayerischer Wald im März 2010 war die langjährige gute Zusammenarbeit zwischen dem Gymnasium Zwiesel und der TUM im Rahmen des Edgar-Lüscher-Seminars zur Lehrerfortbildung. Sieben Gymnasien der Landkreise Cham, Freyung-Grafenau und Regen sowie die Dienststelle des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Niederbayern schlossen sich zusammen, um weiterhin von den aktuellen Forschungsergebnissen der TUM zu profitieren und ihren Schulabgängern ein Sprungbrett für ein Studium zu bieten, das sie befähigt mit einem zukunftsträchtigen Beruf in die Region zurückzukehren. Am Gymnasium Zwiesel haben sich in den vergangenen 34 Jahren mehr als 2.000 Lehrerinnen und Lehrer im Edgar-Lüscher-Seminar zu naturwissenschaftlichen Themen mit dem Schwerpunkt Physik fortgebildet. Das Seminar geht auf eine Initiative des TUM-Physikers Prof. Edgar Lüscher und des Zwieseler Gymnasiallehrers Horst Hacker zurück. Schülerinnen und Schüler können das Schülerlabor in der nahe gelegenen Forschungseinrichtung Satellitengeodäsie der TUM am Observatorium Wettzell besuchen oder dort Praktika zur Erdvermessung absolvieren.

Im Beruflichen Schulcluster Straubing sind im Juli 2010 die TUM, vier berufliche Schulen, vier Unternehmen, das Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe und der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft eine zukunftsweisende Kooperation eingegangen. Das Besondere des Straubinger Verbunds ist die Konzentration auf Berufliche Schulen, denn die Studierenden der TUM kommen nicht mehr nur vom Gymnasium. Viele haben sich über Berufliche Schulen für das Studium qualifiziert und können nach dem Studium als Ingenieure an die Maschinenbau-Unternehmen der Region zurückkehren.

Adressen der Schulcluster:

Benediktbeuren:
www.tumschulclusterbenediktbeuern.de

Straubing:
www.schulcluster-straubing.de