Interaction II

Teacher-Student Interactions in Classrooms

Förderung:

DFG (2017-2020)

Leitung:

Prof. Dr. Tina Seidel, Dr. Doris Holzberger, Kathleen Stürmer

Mitarbeiter:

Christian Kosel, Katharina Schnitzler

Projektbeschreibung „Interaction – Students through teacher eyes“

Im Projekt Interaction II wird das Zusammenspiel zwischen kognitiven und motivational-affektiven Schülervoraussetzungen und deren Auswirkungen auf das Interaktionsverhalten zwischen Lehrpersonen und Schülern untersucht. Ein wichtiges Kriterium für Unterrichtserfolg ist eine ausreichende Anpassung an die individuellen Schülermerkmale – die erforderliche Anpassung kann jedoch nur gelingen, wenn die Lehrkraft über diagnostische Kompetenzen verfügt und diese nutzt. Aus den gewonnenen Erkenntnissen der ersten Förderphase Interaction I wird deutlich, dass Lehrpersonen ihre Schüler/-innen in ihren kognitiven und motivational-affektiven Merkmalen weitestgehend undifferenziert wahrnehmen und dabei von einem engen Zusammenhang zwischen den kognitiven und motivational-affektiven Schüler-Merkmalen ausgehen. Zielsetzung des Projekts Interaction II ist die tiefergehende Untersuchung von Aufmerksamkeits- und Diagnoseprozessen von Lehrkräften. Von besonderer Bedeutung ist es einen differenzierten Einblick in die Diagnoseprozesse zu erhalten, welche bereits im Vorfeld der tatsächlich stattfindenden Lehrer-Schüler-Interaktion und Handlungen ablaufen. Für die Erfassung von Aufmerksamkeits- und Diagnoseprozesse sollen Blickbewegungsanalysen mithilfe moderner Eye Movement Tracking (EMT) Methoden durchgeführt werden.

Es werden u.a. folgende Fragestellungen untersucht:

  1. Unterscheiden sich Experten und Novizen in der Wahrnehmung und Fokussierung lehr- und lernrelevanter Unterrichtsereignisse unter Berücksichtigung zentraler Lernermerkmale?

  2. Wie verteilen sich bei erfahrenen Lehrpersonen Aufmerksamkeitsprozesse auf Schüler mit unterschiedlichen Lernerprofilen im Prozess des eigenen Unterrichtens?

  3. Wie verteilen sich einleitende Handlungen (z.B. Reaktion auf Schülermeldung oder Störung) von Lehrpersonen auf Schüler mit unterschiedlichen Lernerprofilen und wie hängen diese mit den Blickbewegungsmustern zusammen?

  4. Welche Rolle spielen Lehrerkompetenzen für die Erklärung von Unterschieden in Aufmerksamkeitsprozessen und ihren Interaktionen mit Schülern?

  5. Hängen positive Lehrerprofile (z.B. Profil, das sich durch gleichmäßige Verteilung der Blickbewegungen auf alle Schüler auszeichnet) und Handlungsweisen in positiver Weise mit Merkmalen für Unterrichtsqualität zusammen?