BilWiss_UV

Förderung:

BMBF-Förderinitiative „Kompetenzmodellierung und Kompetenzerfassung im Hochschulsektor (KoKoHs II)“ (2016 - 2018)

Leitung:

Prof. Dr. Tina Seidel

Mitarbeiter:

Dr. Doris Holzberger & Maria Schmidt

Projektbeschreibung

Das Wissen um lernwirksame Unterrichtsbedingungen gilt als wichtige Voraussetzung für die Gestaltung von lernförderlichen Unterrichtssituationen. Demnach wird der reliablen und validen Erfassung des Unterrichtswissens sowie der Untersuchung des Zusammenhangs des Wissensaufbaus und unterrichtlichem Handeln im Rahmen des Verbundprojekts „BilWiss_UV“ besondere Bedeutung beigemessen.

Im Teilprojekt München stellt die Optimierung des bildungswissenschaftlichen Wissenstests BilWiss mit Blick auf den Bereich „Unterricht“ ein zentrales Anliegen dar. Bisherige Analysen zum Test verweisen darauf, dass die Items im Bereich „Unterricht“ Wissen abfragen, welches während des Lehramtsstudiums vermittelt wird. Themen aus dem Bereich „Unterricht“ werden zudem am häufigsten von Lehramtsstudierenden als Studienschwerpunkte angegeben, welche sich in höherem Unterrichtswissen dieser Lehramtsstudierenden widerspiegelt. Wenn auch die vorangegangen Befunde einerseits dafür sprechen, dass der Test im Bereich „Unterricht“ weniger Alltagswissen als vielmehr universitäres bildungswissenschaftliches Wissen abfragt, so konstatieren Lehrkräfte mit Berufserfahrung in Cognitive Labs andererseits, dass der Test teilweise theoretisches Wissen ohne Praxisbezug abfragt.

Eine zweite zentrale Zielsetzung des Teilprojekts stellt die Prüfung dar, inwiefern die Aneignung bildungswissenschaftlichen Wissens im Rahmen universitärer Lehrerbildung mit dem unterrichtlichen Handeln von Studierenden zusammenhängt. Dabei wird die Art der Wissensvermittlung als wichtiger Moderator zwischen Wissensaufbau und Transfer in Handlung in den Blick genommen. In einem quasi-experimentellen Design wird untersucht wie Lehramtsstudierende in der Lage sind verschiedene Komponenten von lernförderlicher Unterrichtsgestaltung in standardisierten Lehrsettings umzusetzen, je nach unterschiedlicher Wissensvermittlung.

Zentrale Fragestellungen

  1. Stellt die Erweiterung des BilWiss Wissenstests im Bereich „Unterricht“ auf praxisbezogene Aspekte in der Wissensanwendung eine reliable Messung von bildungswissenschaftlichem Wissen dar?
  2. Wie wirken sich unterschiedliche Arten von Wissensvermittlung (theoriebasiert, theorie-praxisintegriert, praxisorientiert) auf den Erwerb bildungswissenschaftlichen Wissens aus?
  3. Inwiefern ist der bildungswissenschaftliche Wissensaufbau prädiktiv für unterrichtliches Handeln in standardisierten Lehrsituationen?