Fähigkeit zum Umgang mit fragiler und konfligierender wissenschaftlicher Evidenz im Grundschulalter

Im DFG-Schwerpunktprogramm Wissenschaft und Öffentlichkeit: Das Verständnis fragiler und konfligierender Evidenz

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Entwicklungspsychologische und fachdidaktische Forschungsbefunde deuten einerseits auf gravierende Verständnisdefizite bei der Rezeption wissenschaftlicher Informationen bei Schülern hin, andererseits aber auch auf frühe kognitive Kompetenzen. Im vorliegenden Projekt soll die Entwicklung grundlegender kognitiver Voraussetzungen für den adäquaten Umgang mit wissenschaftlicher Evidenz im Grundschul- und frühen Sekundarschulalter untersucht werden. Die forschungsleitende Annahme ist, dass stochastische Basiskonzepte für die Entwicklung der Fähigkeit zur Interpretation wissenschaftlicher Evidenz von besonderer Bedeutung sind. Im ersten Förderabschnitt werden die Entwicklung stochastischen Verständnisses und die Evaluation empirischer Evidenz in aufeinander bezogenen und methodisch vergleichbaren Paradigmen querschnittlich in den Klassenstufen 2, 4 und 6 untersucht. Die Erhebung kognitiver Korrelate soll zum besseren Verständnis der Entwicklung individueller Unterschiede in den Zielkompetenzen beitragen.

In den folgenden Förderabschnitten werden weitere relevante Vorläuferfähigkeiten für stochastische Fähigkeiten identifiziert werden. Auf der Basis der Ergebnisse der ersten Phase werden dabei vertiefte Analysen, z.B. zur Strategiewahl bei Vierfeldertafelanalysen, folgen.

Möglichkeiten der Förderung von stochastischen Fähigkeiten im Primar- und beginnenden Sekundarbereich werden auf Basis der Forschungsbefunde entwickelt und evaluiert.

Von dem Projekt wird die differenzierte Erforschung der frühen Entwicklung und der grundlegenden Voraussetzungen für die Rezeption wissenschaftlicher Evidenz erwartet.

Publikationen (Reviewed)

Lindmeier, A., Reiss, K., Barchfeld, P., Sodian, B. (Angenommen, 2012) Elementary Students’ Abilities to Evaluate Uncertain Data Presented as Contingency Tables: Basic Understanding, the Influence of Context and Numerical Data Integration. Erscheint in: Proceedings of the Meeting of the American Education Research Association 2012, Vancouver.

Barchfeld, P., Lindmeier, A., Ufer, S., Reiss, K. & Sodian, B. (2011). Elementary school children’s probability concepts and their intuitive strategy use in the evaluation of contingency tables. In Proceedings of the 14. EARLI Conference. Exeter: EARLI.

Reiss, K., Barchfeld, P., Lindmeier, A., Sodian, B. & Ufer, S. (2011). Interpreting scientific evidence: Primary student’s understanding of base rates and contingency tables. In B. Ubuz (Hrsg.), Proceedings of the 35th Conference of the International Group for the Psychology of Mathematics Education (Bd. Vol. 4, S. 33–40). Ankara (Turkey): PME.

Beiträge auf Tagungen 

Lindmeier, A., Reiss, K., Ufer, S., Barchfeld, P. & Sodian, B. (2011). Umgang mit wissenschaftlicher Evidenz in den Jahrgangsstufen 2, 4 und 6: Stochastische Basiskonzepte und Kontingenztafelanalyse. In Beiträge zum Mathematikunterricht 2011. Münster: WTM. 

Ufer, S., Lindmeier, A. & Reiss, K. (2010). Entwicklung von Fähigkeiten der Evidenzevaluation bei Zweit-bis Sechstklässlern. In 47. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in der Freien Hansestadt Bremen. Bremen: Universität Bremen.

Unterrichtspraktische Veröffentlichungen 

Lindmeier, A. M., Schnell, M. & Reiss, K. (In Vorbereitung). „Was ist besser?“ Die Fähigkeiten zum basalen Wahrscheinlichkeitsvergleich von Kindern des 4. und 6. Schuljahrs. 

Ufer, S., Lindmeier, A. & Reiss, K. (2011). Würfel oder Kugel? Entscheidungsstrategien systematisieren und vergleichen. mathematik lehren168, 18–22. 

Projektbezogene Publikationen

Ufer, S., Reiss, K. & Heinze, A. (2009). BIGMATH – Ergebnisse zur Entwicklung mathematischer Kompetenz in der Primarstufe. In A. Heinze: Mathematiklernen vom Kindergarten bis zum Studium. Kontinuität und Kohärenz als Herausforderung für den Mathematikunterricht. Münster, Waxmann.

Reiss, K. & Winkelmann, H. (2009). Kompetenzstufenmodelle für das Fach Mathematik im Primarbereich. In Bremerich-Vos, A., Granzer, D. & Köller, O. (Hrsg.). Bildungsstandards Deutsch und Mathematik. Weinheim: Beltz Pädagogik.

Sodian, B., Bullock, M., & Koerber, S. (2008). Wissenschaftliches Denken und Argumentieren. Was muss Hänschen lernen, damit aus Hans etwas wird? In W. Schneider (Hrsg.). Entwicklung von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter. Befunde der Münchner Längsschnittstudie LOGIK. Weinheim: Beltz.

Reiss, K., Heinze, A. & Pekrun, R. (2007). Kompetenzentwicklung im Mathematikunterricht der Grundschule. In M. Prenzel, I. Gogolin & H.-H. Krüger (Hrsg.), Kompetenzdiagnostik. Zeitschrift für Erziehungswissenschaften. Sonderheft 8/2007 (107-127). Wiesbaden: VSVerlag.

Koerber, S., Sodian, B., Thoermer, C., & Nett, U. (2005). Scientific reasoning in young children. Preschoolers’ ability to evaluate covariation evidence. Swiss Journal of Psychology, 64, 141-152.

Reiss, K.; Hellmich, F. & Thomas, J. (2002). Individuelle und schulische Bedingungsfaktoren für Argumentationen und Beweise im Mathematikunterricht. In M. Prenzel & J. Doll (Hrsg.), Bildungsqualität von Schule: Schulische und außerschulische Bedingungen mathematischer, naturwissenschaftlicher und überfachlicher Kompetenzen. Weinheim, Basel: Beltz, (= 45. Beiheft der Zeitschrift für Pädagogik).

Sodian, B., Thoermer, C., Kircher, E., Grygier, P. & Günther, J. (2002). Vermittlung von Wissenschaftsverständnis in der Grundschule. In: M. Prenzel & J. Doll (Hrsg.), Bildungsqualität von Schule: Schulische und außerschulische Bedingungen mathematischer, naturwissenschaftlicher und überfachlicher Kompetenzen. Weinheim, Basel: Beltz, (= 45. Beiheft der Zeitschrift für Pädagogik).

Sodian, B. Zaitchick, D. & Carey, S. (1991). Young children´s differentiation of hypothetical beliefs from evidence. Child Development, 6, 753-766.