Jahresgutachten des Aktionsrats Bildung: Zugang zur Bildung für alle – unabhängig vom Wohnort

In seinem aktuellen Jahresgutachten untersucht der Aktionsrat Bildung die Zusammenhänge zwischen Wohnort und Bildung – und räumt mit ein paar weitverbreiteten Mythen auf.


Der von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.  – initiierte Aktionsrat Bildung untersucht in seinem neuen Jahresgutachten die Zusammenhänge zwischen Wohnort und Bildung. Darin entkräftet er weitverbreitete Mythen zum Stadt-Land-Gegensatz, zum Beispiel, dass die Bevölkerung auf dem Land weniger bildungsaffin oder die Schule auf dem Land nicht am Puls der Zeit sei. In seinem Gutachten nennt der Aktionsrat Handlungsempfehlungen, um die Bildung in Deutschland und Bayern zu stärken.

„Bildung muss für alle zugänglich sein, unabhängig von der sozialen Herkunft und vom Wohnort. Regionale Bildungsdifferenzen müssen flexibel vor Ort angegangen werden.“, so vbw-Präsident Wolfram Hatz in einer Pressemitteilung des vbw.

Unter dem Motto „Kurze Beine, kurze Wege!“ sollen alle Möglichkeiten für den Erhalt von Grundschulen im ländlichen Raum ausgeschöpft werden. Im städtischen Raum gibt es andere spezifische Problemstellungen, auf die das Bildungssystem eingehen muss. Dort stellt unter anderem der hohe Anteil an Kindern mit mangelnden Sprachkenntnissen eine Herausforderung dar. Ursache ist die hohe Quote an Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund in den Großstädten. „Die Förderangebote für diese Kinder müssen weiter ausgebaut werden. Außerdem brauchen wir differenzierte Angebote, die sich an den Bedürfnissen einzelner Stadtgebiete und Zielgruppen orientieren. Ein Lösungsansatz ist, den Schulen mehr Eigenverantwortung zu geben und Mittel bedarfs- und anforderungsgerecht zuzuweisen. Denn die Schulleiter vor Ort wissen am besten, wo der Schuh drückt und wie die Mittel am effektivsten eingesetzt werden können“, so Hatz.

Einordnung der Lage in Bayern:

Im Flächenland Bayern ist ein gutes Bildungsangebot im ländlichen Raum besonders wichtig und entgegen der verbreiteten Mythen in vielen Bereich sogar besser als in den Städten. Beispielsweise ist das Angebot an Betreuungsplätzen im Krippenbereich auf dem Land zumeist bedarfsgerecht. In vielen Städten ist hingegen der weitere, am tatsächlichen Bedarf orientierte Ausbau von Krippenplätzen und die Gewinnung und Qualifizierung zusätzlichen Personals notwendig.

Nachdenklich stimmen die großen Unterschiede in den Übertrittsquoten zum Beispiel auf das Gymnasium: Diese schwanken innerhalb der 96 bayerischen Kreise zwischen 23 Prozent und 61 Prozent. Diese Zahlen machen deutlich, dass Eltern durch eine Ausweitung des Beratungsangebots gezielt dabei unterstützt werden müssen, den in Hinblick auf die weiterführenden Schulen individuell geeigneten Weg für ihr Kind auszuwählen.

 

Zur vollständigen Pressemitteilung des vbw

Download Gutachten: Region und Bildung. Mythos Stadt-Land (PDF)

Der Aktionsrat Bildung ist ein politisch unabhängiges Gremium, dem unter anderem Prof. Dr. Tina Seidel als Mitglied angehört.